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Gästen wird der Spiegel vorgehalten

24.03.2018

Eine einzigartige Bühnenshow mit aufwendigen Kostümen, Lichteffekten und Schauspiel, passend zu den Übersetzungen englischer Songtexte, lieferten die SWR 3-Live-Lyrix am Donnerstag in Schramberg.

Bereits zum vierten Mal kam die Show im Rahmen des Schwabengipfels in den Bärensaal, und auch das neue Programm begeisterte die Besucher. Insgesamt 18 kleine Theaterstücke brachten die Emotionen der ausgewählten Songs auf den Punkt. Von Aerosmith über George Michael bis hin zu Katy Perry waren verschiedene Genres vertreten.

Wie bei einem Puzzle setzten die Schauspieler Ronald Spieß und Natalia Avalon Textzeile für Textzeile zusammen und unterstrichen deren Bedeutung mit Kostümen, Requisiten und Gesten. Moderator und Regisseur Ben Streubel führte durch den Abend und sorgte gleich zu Beginn für Erheiterung, als er das Publikum in Schramberg, dem "Las Vegas des Südwestens" begrüßte.

Pünktlich um 20 Uhr begann die Show mit den Lyrics zu einem Radiohit des vergangenen Jahres: "Feel it still" von "Portugal.The Man". Darauf folgte ein Ausflug in die eigene Kindheit mit einem neuen, weniger bekannten Lied von Pink: In "Barbies" besingt sie die Sehnsucht nach der Unbeschwertheit ihrer Kindheit. Nach den sanften Tönen und einer großen Portion Nostalgie zeigten die beiden Schauspieler eine Performance zu Aerosmiths "Amazing", bevor das Publikum selbst an der Reihe war: Moderator Streubel fragte bei den Besuchern nach der Bedeutung des Sommerhits "Catchy" von Ofenbach. Mitsingen konnte schließlich jeder, die eigentliche Bedeutung des Songs wurde vielen aber erst während der kreativen Darbietung klar.

Wieder folgte ein abrupter Wechsel der Emotionen, schließlich handelte das nächste Lied von dem Tiefpunkt im Leben des Künstlers Martin Johnson alias "The Night Game". In "Once in a Lifetime" besingt er einen von Depression und Drogensucht geprägten Tag in seinem New Yorker Appartement.

Oft würden hinter den Liedern, bei denen man es am wenigsten erwarte, die tiefgründigsten Texte stecken, so Streubel, der die Show bereits seit elf Jahren moderiert und gestaltet.

Katy Perrys Song "Chained to the Rhythm" ist ein passendes Beispiel: Der eingängige Pop-Song hört sich nach reiner Unterhaltung an, dahinter verbirgt sich aber deutliche Kritik an der Oberflächlichkeit der Gesellschaft. Einen kleinen Seitenhieb auf ihre Gastgeber-Stadt Schramberg konnte sich das SWR 3-Team in diesem Zusammenhang nicht verkneifen: In einer Darstellung von Perrys Forderungen an die Gesellschaft hielten die Schauspieler auch ein Schild mit der Aufschrift "Umgehungsstraße" hoch und hatten damit die Lacher des Publikums auf ihrer Seite. Bei einem Quiz wurden dann die Übersetzungskünste der Gäste auf die Probe gestellt.

Nach der Pause regte Pink Floyds "Hey You" zum Nachdenken an, indem die Darbietung auf die Unterschiede zwischen Arm und Reich aufmerksam machte. So werde dem Publikum selbst der Spiegel vorgehalten, verriet Streubel im Interview. Nach einer Reihe aktueller Hits und Peter Gabriels Klassiker "Sledge Hammer" gab es zum Schluss ein Novum: Die Schauspieler stellten ein Interview mit George Michael im Himmel nach und verwendeten für dessen Antworten ausschließlich Zitate aus seinen Liedtexten. Michael hatte darin viele verborgene Botschaften platziert, denen lange Zeit kaum Beachtung geschenkt wurde.

Nach rund zweieinhalb Stunden Performance, in denen verschiedenste Emotionen in einem gelungenen Mix aus Ernsthaftigkeit und Spaß auf die Bühne gebracht wurden, verabschiedete sich das Team mit einer sommerlichen Zugabe zu "Azzurro" von Adriano Celentano.

Text & Bild: Melina Miller/Schwatwälder Bote

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